Google Ads hat sich in den vergangenen zwei Jahren stärker verändert als in den zehn Jahren davor. Der rote Faden ist immer derselbe: Google übernimmt mehr Entscheidungen selbst, von der Auswahl der Suchanfragen über die Formulierung der Anzeigentexte bis zur Wahl der Zielseite. Für Unternehmen ist das Chance und Risiko zugleich. Wir erklären, was 2026 konkret passiert und worauf Sie achten sollten.
AI Max löst die Dynamic Search Ads ab
Die wichtigste strukturelle Änderung betrifft die Suchkampagnen. AI Max ist Googles KI-gesteuerte Variante der Suchkampagne und hat den Beta-Status verlassen. Nach Googles eigener Ankündigung werden Kampagnen, die automatisch erstellte Assets oder weitgehend passende Keywords auf Kampagnenebene nutzen, ab September 2026 automatisch umgestellt. Für die klassischen Dynamic Search Ads hat Google den Zeitplan nach Rückmeldungen aus dem Markt verlängert, die automatische Umstellung soll dort ab Februar 2027 beginnen.
Praktisch heißt das: Wenn Sie eines dieser Formate nutzen, wird Ihr Konto umgestellt, ob Sie sich damit beschäftigen oder nicht. Sinnvoller ist es, die Umstellung selbst vorzunehmen, solange Sie die Einstellungen in Ruhe prüfen können.
Was AI Max anders macht
AI Max entscheidet breiter, welche Suchanfragen zu Ihnen passen, formuliert Anzeigentexte dynamisch und kann die Zielseite selbst wählen. Das kann zusätzliche Anfragen bringen, die Sie mit einer reinen Keyword-Liste nie erreicht hätten. Es kann aber auch dazu führen, dass Sie plötzlich für Themen werben, die Sie gar nicht anbieten.
Deshalb sind aus unserer Sicht drei Dinge Pflicht, bevor Sie AI Max aktivieren:
- Ausschließende Keywords sauber pflegen. Je freier die Automatik entscheidet, desto wichtiger werden die Grenzen, die Sie ihr setzen.
- Conversion-Tracking prüfen. Das System optimiert exakt auf das, was Sie als Erfolg definiert haben. Ist die Definition ungenau, wird auch die Optimierung ungenau.
- Markenvorgaben hinterlegen. Google bietet inzwischen Textvorgaben an, mit denen Sie Tonalität und inhaltliche Leitplanken für die generierten Texte festlegen können. Nutzen Sie das, gerade in regulierten Branchen.
Ein Hinweis für unsere Kundinnen und Kunden aus der Medizin: Bei automatisch erzeugten Anzeigentexten und frei gewählten Zielseiten müssen Sie besonders genau hinsehen, weil das Heilmittelwerbegesetz auch für Texte gilt, die eine Maschine formuliert hat. Verantwortlich bleiben Sie.
Performance Max: Kreativarbeit wandert zu Google
Performance Max spielt Anzeigen kanalübergreifend aus, also in der Suche, im Displaynetzwerk, auf YouTube, in Gmail und in Maps. Auch hier wächst der Anteil, den Google selbst gestaltet. Im Sommer 2026 hat Google begonnen, vorhandene Videoanzeigen per generativer KI in fehlende Seitenverhältnisse zu übertragen, damit sie auf mehr Werbeflächen laufen. Wer das nicht möchte, muss aktiv widersprechen.
Für Marken mit klaren Gestaltungsvorgaben ist das ein Thema, das man kennen sollte. Automatisch beschnittene oder erweiterte Videos sehen nicht immer so aus, wie es Ihr Corporate Design vorsieht.
Anzeigen wandern in die KI-Antworten
Parallel dazu platziert Google Werbung zunehmend dort, wo die KI-Antworten entstehen, also in den AI Overviews und im KI-Modus der Suche. Die Trefferliste bekommt damit mehrere Ebenen: oben die generierte Antwort, darunter Werbung, darunter die organischen Ergebnisse. Für Ihre Planung bedeutet das, dass bezahlte und organische Sichtbarkeit noch stärker zusammen gedacht werden müssen als bisher.
Was Sie jetzt tun sollten
- Prüfen Sie, welche Kampagnentypen in Ihrem Konto von den Umstellungen betroffen sind.
- Bringen Sie Tracking und ausschließende Keywords in Ordnung, bevor Sie mehr Automatik zulassen.
- Testen Sie AI Max kontrolliert gegen Ihre bisherige Struktur, statt alles auf einmal umzustellen.
- Hinterlegen Sie Markenvorgaben und prüfen Sie regelmäßig, welche Texte tatsächlich ausgespielt werden.
- Rechnen Sie mit einer Lernphase. Wer nach zehn Tagen alles wieder umwirft, misst nur Rauschen.
Fazit
Automatisierung ist bei Google Ads keine Option mehr, sondern der Normalzustand. Die Frage ist nicht, ob Sie die KI arbeiten lassen, sondern wie gut Sie sie briefen. Genau darin liegt 2026 der Unterschied zwischen einem Konto, das Budget verbrennt, und einem, das Anfragen bringt.
Sie sind unsicher, wie Ihr Konto aufgestellt ist? Wir schauen es uns an und sagen Ihnen, wo Sie stehen. Jetzt Erstgespräch vereinbaren.
























































































